Rechtsstaat

Als unbscholtener Bürger freut man sich, in einem Rechtsstaat zu
leben. Die Preise von Falschparken und zu schnellem Fahren sind
bekannt. Vielleicht hat man hin und wieder Ärger mit seinem
Vermieter, aber das war es auch schon. Selbst scheinbar riskante
Einkäufe im Internet verlieren den Schrecken: Der Rechtsstaat sorgt
für den geregelten Ablauf, in der Regel.
Die Regel verletzte ein Online-Shop, indem er die von mir bestellte
und schon bezahlte elektronische Ware nicht lieferte. Wert € 1480,-.
Nach der üblichen Mahnprozdur blieb nur der Weg zu einem Rechtsanwalt.
Der Sachverhalt war klar und einfach, also keine grosse Sache sollte
man denken. Irrtum: Mittlerweile sind zwei Jahr vergangen, ich habe
zusätzliche € 840,- an Rechtsanwalts- und Gerichtskosten investiert,
natürlich Recht bekommen und sehe mein Geld vielleicht irgendwann
wieder.
Die Moral von der Geschichte: Ich habe meinen Glauben an den
Rechtsstaat nicht verloren. Nur, wie stehen die Kosten von € 840 für
das Verfahren zu dem Streitwert von € 1480,- im Verhältnis? Was machen
Menschen, die diese Kosten nicht einfach investieren können? Bekommen
die auch Recht? Und haben sie Vertrauen in den Rechtsstaat?
01.08.2007